Donnerstag, 24. November 2016

{Rezension} Wenn du vergisst von Heidrun Wagner & Miri D'Oro

Quelle
Eine junge Frau wacht ohne jegliche Erinnerungen auf, sie weiss nicht einmal wie sie heisst. Sobald sie sich an irgendetwas zu erinnern versucht fühlt es sich an als renne sie gegen eine undurchdringliche Wand. Sie wird in ein Krankenhaus gebracht wo ihr alle möglichen Fragen gestellt werden, doch sie kann keine davon beantworten. Selbst als sie ihren angeblichen Namen, Zoe, erfährt, regt sich nichts. Nur wenn sie zeichnet scheinen Erinnerungsfetzen zurück zu kommen, doch diese sind voller Schmerz und Leid. Was ist mit ihr passiert? Will sie sich überhaupt an diese schrecklichen Dinge erinnern?
"Wenn du vergisst" hat mich besonders aufgrund der Verbindung von Geschichte und Zeichnungen neugierig gemacht. Ich hatte natürlich auch schon Bücher mit Illustrationen gelesen, doch hier spielen die Zeichnungen noch eine weit grössere Rolle, sie sind ein wichtiger Teil der Geschichte und mir hat diese Verbindung super gefallen. Die Zeichnungen selbst haben mir grösstenteils auch echt gut gefallen, sie sind von der Art her ziemlich unterschiedlich, von wunderschönen, detaillierten Zeichnung bis zu groben Skizzen ist alles dabei und unterstreicht damit meistens gelungen den Gemütszustand unserer Protagonistin. 

Der komplette Gedächtnisverlust der Protagonistin und die vielen offenen Fragen zu Beginn des Buches haben für einen fesselnden Einstieg gesorgt und ich konnte das Buch anfangs echt kaum aus der Hand legen. Zudem konnte ich auch die Verlorenheit und Hilflosigkeit der Protagonistin und auch das dadurch entstehende Misstrauen gut nachvollziehen. Doch irgendwann im Verlauf der Geschichte hätte ich mir gewünscht, dass langsam auch gewisse Dinge aufgelöst werden. Denn soo viel Spass es auch gemacht hat mit der Protagonistin mit zu rätseln, hatte ich doch irgendwie das Gefühl die Geschichte schweift etwas ab und ich fand auch das Verhalten von Zoe nicht mehr immer ganz glaubhaft. 

Eines meiner Hauptprobleme dabei war das sich anbahnende Liebesdreieck. Denn natürlich lernt Zoe im Spital direkt zwei ziemlich gutaussehende Typen kennen, die ein Interesse an ihr haben und zu denen sie sich hingezogen fühlt. Während ich Zoes Missvertrauen, beispielsweise gegenüber ihren Eltern, gut nachvollziehen konnte, konnte ich nicht verstehen woher ihr Vertrauen in Niklas und Elias herstammt. Auch das Verhalten der beiden konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, genauso wenig das Verhalten von Zoes Eltern.

Jeder scheint irgendetwas zu verbergen zu haben und für mich war einfach nicht wirklich schlüssig weshalb diese ganze Geheimnistuerei notwendig sein sollte. Dadurch hat mich das Buch schlussendlich, trotz der fesselnden und kurzweiligen Erzählweise, ziemlich ernüchtert zurückgelassen, denn erst auf den letzten Seiten beginnt sich das Geheimnis endlich zu lüften und so blieb bei mir der Eindruck, dass in diesem Teil eigentlich kaum etwas Wichtiges passiert ist und hauptsächlich Spannung für den zweiten Teil aufgebaut wurde.
Obschon mir das Konzept mit der Verbindung zwischen Geschichte und Illustrationen wirklich gut gefallen hat und mich auch der Anfang des Buches fesseln konnte, stellte sich im Verlauf der Geschichte bei mir leider die Ernüchterung ein. Ich fand das Verhalten der meisten Figuren schlicht nicht nachvollziehbar und schlussendlich passierte für mich in der Geschichte auch einfach zu wenig um mein Interesse halten zu können.
Titel: Wenn du vergisst
Autorin: Heidrun Wagner
Illustratorin: Miri D'Oro
Verlag: Oetinger 34
Erschienen: August 2016
Seitenzahl: 240 Seiten
ISBN: 978-3-95882-028-9 

Heidrun Wagner lebt mit ihrer Familie in Freiburg. Beruflich sucht sie mit Menschen, deren Leben ins Wanken geraten ist, nach neuen Wegen. Diese Einblicke in andere Lebensgeschichten sind sicher ein Grund, warum sie schreibt. Bisher wurden von ihr Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Ihre Kurzgeschichte „Das Porträt“ kam auf die Shortlist des Walter Kempowski Literaturpreises 2013. Ausführliche Informationen über ihr schriftstellerisches Schaffen finden sich auf ihrem Blog: heidrunsfeder.blogspot.com  (Quelle: Oetinger 34)

Samstag, 12. November 2016

{Monatsrückblick} September/Oktober

Für meinen fünften "Insta"-Rückblick habe ich wieder zwei Monate zusammen genommen, da ich in diesen leider nicht so viel gepostet habe... Wie immer habt ihr vermutlich auch schon ein paar der Bilder gesehen falls ihr meine Facebook-Seite geliket habt (falls nicht, könnt ihr das HIER nachholen.. xD). Falls ihr mir auf Instagram folgt kennt ihr natürlich alle Bilder schon. ;)
"Secret Fire" habe ich anfangs September gelesen, konnte mich leider nicht vollständig überzeugen...
Im Gegensatz zu "To All the Boys I've Loved Before" was ein echts Highlight war für mich <3
Die Bücher und Comics auf dem Stapel im dritten Bild haben mir auch alle echt gut gefallen :)
"Jackaby" habe ich Ende September gelesen, als ich eine richtig fiese Magen-Darm-Grippe hatte :/ Auch wenn ich mich nie lange darauf konzentrieren konnte, konnte es mich zumindest ein bisschen ablenken... ;)
Auf dem zweiten Teil seht ihr einen Teil meiner Funko-Armee und darunter eines meiner Lieblingsregale <3
Dieser Stapel Bücher habe ich fast vollständig in meinen Ferien auf Kos verschlungen, in einer Woche fast fünf Bücher zu lesen war richtig toll :D
Im Zuge der Herzenstage bin ich dem Aufruf gefolgt und habe eines meiner Herzensbücher gezeigt <3 Die Bücherdiebin ist wirklich ein super berührendes Buch und zudem wunderschön geschrieben! <3
Kennt ihr Orphan Black? Wenn nicht solltet ihr unbedingt mal in die Serie reinschauen! Sie ist einer meiner Lieblingsserien und bei einem Besuch in einem Comic-Laden bin ich darauf gestossen, dass es sogar Comics dazu gibt! <3
Falls ihr Lust bekommen habt mir auf Instagram zu folgen (diesen Monat habe ich allerdings bisher auch noch nicht viel gepostet), kommt ihr HIER zu meinem Profil. 

Viele liebe Grüsse,

Mittwoch, 2. November 2016

{Rezension} Jackaby von William Ritter

Quelle
Als die junge Abigail Rook 1892 mit einem Schiff in New Fiddleham ankommt ist sie etwas ernüchtert von ihrer bisherigen Reise, denn das grosse Abenteuer, das sie sich erhofft hat ist bis jetzt ausgeblieben. Doch dann trifft Abigail auf der Suche nach einer Arbeitsstelle den Detektiven R. F. Jackaby, der sich mit allem Übersinnlichen beschäftigt. Trotz Jackabys anfänglichem Zögern wird Abigail seine neue Assistentin und schon bald stecken die beiden mitten in einem Fall, auf der Suche nach einem Serienmörder von dem sich Jackaby sicher ist, dass er nicht menschlich ist...
Wie so oft ist mir Jackaby erstmal hauptsächlich wegen dem tollen Cover aufgefallen. Ich finde die Farben und die beiden Bilder ineinander richtig cool. Doch natürlich sollte ein Buch nicht nur ein hübsches Cover haben, sondern auch eine interessante Geschichte erzählen und der Klappentext zu Jackaby liess vermuten, dass eine solche hier zu finden ist. Ein Detektiv der Ende 19. Jahrhundert übernatürliche Fälle auflöst? Mein Interesse war definitiv geweckt.

Die Geschichte konnte mich dann auch schon auf den ersten Seiten in ihren Bann ziehen. Man begleitet die Protagonistin Abigail, die frisch aus Europa in New Fiddleham angekommen ist und schon an ihrem ersten Abend auf den mysteriösen R. F. Jackaby trifft. Dieser scheint allein durch seine Kombinationsgabe direkt einiges über Abigail herauszufinden und erinnert nicht nur dadurch direkt an einen anderen, sehr bekannten Detektiv. Jedenfalls hinterlässt er einen bleibenden Eindruck bei Abigail und nachdem diese vergeblich einen "normalen" Job sucht, bewirbt sie sich schliesslich bei ihm als Assistentin. 

Obschon Jackaby anfangs ziemlich zögert Abigail wirklich anzustellen (er hatte bisher nicht ganz so Glück mit seinen Assistenten, oder eher sie nicht mit ihm...) werden die beiden schnell zu einem ziemlich guten Team. Jackaby ist eine sehr interessante und mysteriöse Figur, man erfährt schnell, dass ein nicht unbedeutender Teil seines Erfolgs als Detektiv darauf zurückzuführen ist, dass er übernatürliche Dinge sehen kann, welche sonst (fast) niemand wahrnimmt. Abigail steht dem anfangs eher etwas skeptisch gegenüber und auch wenn man schnell merkt, dass Jackaby nicht einfach verrückt ist, hätte ich als Leser doch gerne noch etwas mehr über Jackabys Hintergrund erfahren, denn leider blieb er sehr unnahbar.

Da fällt es einiges leichter zu Abgail, aus deren Sicht die Geschichte schliesslich auch erzählt wird, eine Verbindung aufzubauen. Man erfährt bei ihr auch etwas mehr über ihren Hintergrund, besonders wie sie nach New Fiddleham gekommen ist. Sie ist eine sehr unabhängige Frau, die sich ziemlich gut selbst durchschlagen kann und zudem auch ziemlich abenteuerlustig. Auch scheint sie ihrer Zeit voraus zu sein, jedenfalls kommt sie mit ihrem starken Willen nicht bei allen gut an. Durch die Zusammenarbeit mit Jackaby lernt sie jedoch auch schnell, nicht allzu viel auf die Meinung anderer zu geben. 

Ich mochte es sehr aus Abigails Sicht zu lesen, doch auch bei ihr hoffe ich sehr, dass man in den nächsten Teilen noch etwas mehr unter die Oberfläche blicken kann, denn die Geschichte konzentriert sich grundsätzlich mehr auf die Handlung, als auf die Entwicklung der Figuren. Diese hat mir jedoch auch wirklich gut gefallen. Jackaby und Abigail sind hinter einem Serienmörder her und der Fall wird besonders durch die übernatürlichen Elemente und die ungewöhnlichen Wesen die dabei eine Rolle spielen sehr interessant. Zwar sind gewisse Handlungspunkt etwas vorhersehbar, doch besonders gegen Ende konnte mich die Geschichte doch mehrmals überraschen. Zudem hat mir auch die teilweise richtig gruslige Atmosphäre der Geschichte sehr gut gefallen.
Jackaby begeistert nicht nur durch das tolle Cover, der Inhalt konnte mich ebenso überzeugen. Die Geschichte ist unterhaltsam und spannend und mir haben besonders das Setting und die übernatürlichen Elemente super gefallen. Abigail und Jackaby geben zudem ein super Team ab und sind beide auch sehr interessante Figuren, wobei ich sie jedoch gerne noch etwas besser kennen gelernt hätte. Die Geschichte ist zudem in sich ziemlich abgeschlossen, ich hoffe dennoch, dass die Fortsetzungen auch bald übersetzt werden.
 Titel: Jackaby
Autor: William Ritter
Übersetzerin: Dagmar Schmitz
Verlag: cbt Verlag
Erschienen: 11. Juli 2016
Seitenzahl: 320 Seiten
ISBN: 978-3-570-31088-5
William Ritter hat an der University of Oregon studiert und unter anderem Kurse in Trampolinspringen, Jonglieren und zum Italienischen Langschwert aus dem 17. Jahrhundert belegt. Er ist verheiratet, stolzer Vater und unterrichtet Literatur an einer Highschool. Jackaby ist sein erstes Buch. (Quelle: cbt Verlag)